Info     Fachkunde
Nuklearmedizin
-Diagnostik
-Therapie

Gesetzliche Grundlagen
Vertragsentwurf
Aufgaben eines MPE

 

Teletherapie

Afterloading
Endovaskulär
Seeds

Konventionelle
Therapie
Strahlenschutz
-unterweisung
Urlaubsvertretung
 

Seeds

 

 

Die Applikation von radioaktiven Seeds erlebt derzeit einen neuen Boom bei der Behandlung bestimmter Tumore. Insbesondere zur schonenden Behandlung früher Stadien des Prostatakarzinoms kommt nebender Teletherapie zunehmend die Seedimplantation zum Einsatz.

Entgegen häufig geäußerter Einschätzungen ist für diese Therapie ein Medizinphysik-Experte nicht nur als vorhanden nachzuweisen, sondern sogar als Strahlenschutzbeauftragter zu bestellen,da es hier um eine patientenindividuelle Therapie und nicht um eine Standardtherapie handelt. Wie für alle anderen strahlentherapeutischen Verfahren, die nicht mit offenen radioaktiven Stoffen durchgeführt werden, regeln dies die Punkte 3.1.1 und 5.1.5 der “Richtlinie nach der Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen (Strahlenschutzverordnung - StrlSchV)”

“Bei der Strahlenbehandlung von Patienten muss für den physikalisch-technischen Bereich ein Medizinphysik-Experte als Strahlenschutzbeauftragter bestellt sein (§14 Abs. 2 Nr. 2), um in enger Zusammenarbeit mit dem Arzt die für die Strahlenbehandlung erforderlichen Aufgaben zur technischen Vorbereitung, der Bestrahlungsplanung oder die Bestrahlung durchzuführen. die persönliche Anwesenheit des Strahlenschutzbeauftragten richtet sich nach Nummer 3.1.1”.

Dies setzt sich in Punkt 5.1.5 der Richtline in konkretisierter Form fort:

“In Durchführung des § 81 Abs. 3 StrlSchV ist in der Strahlenbehandlung vom Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz, zusammen mit dem Medizinphysik-Experten, ein auf den individuellen Patienten bezogener Bestrahlungsplan schriftlich festzulegen (siehe dazu auch Nummer 7.1.1). Die vom Arztvorgesehene Dosis und Dosisverteilung muss den Erfordernissen der medizinischen Wissenschaft entsprechen, wobei die übrigen Körperteile und Organe eine möglichst niedrige Dosis erhalten sollen. Dies wird erreicht durch

  • geeignete Lokalisierungsmethoden (Simulator, CT, Szintigraphie, Sonographie, MR Tomographie u.a. bildgebende Verfahren je nach Fragestellung),
  • Auswahl der Strahlenquellen nach Strahlenart und -energie
  • Anwendung leistungsfähiger Methoden der rechnergestützten Bestrahlungsplanung zur Vorausbestimmung der Dosisverteilung
  • geeignete Applikations-, Einstellungs- und Lagerungshilfen
  • Begrenzung der Strahlenexposition übriger Körperbereiche, soweit praktisch durchführbar
  • spezielle Abschirmmaßnahmen für zu schonende Körperbereiche”

 

© Katharina Breyer, Aurich